Typ-1-Diabetes – Autoimmun-metabolisches Protokoll

Autoimmun-metabolisches Protokoll

Typ-1-Diabetes – Autoimmun-metabolisches Protokoll

Dieses Protokoll richtet sich an Menschen mit erhöhtem Risiko für Typ-1-Diabetes (Autoantikörper, starke Familienanamnese) und an Betroffene mit bereits diagnostiziertem Typ-1-Diabetes, die ihr Immunsystem, Entzündungsniveau und den Stoffwechsel ergänzend unterstützen möchten.

Ziele des Protokolls
  • Schutz der Betazellen vor oxidativem & immunvermitteltem Schaden
  • Modulation der Autoimmunität (kein „Immunsystem pushen“)
  • Reduktion von Entzündung & Stoffwechselstress
  • Stärkung von Darmbarriere & Mikrobiom
  • Optimierung von Lebensstilparametern (Ernährung, Bewegung, Schlaf)
Struktur & Anwendung
  • Fokus: Autoimmunität, Betazellschutz, Entzündung & Stoffwechsel
  • Bausteine: PMA-Zeolith, AHCC®, Vitamin D3 + Vitamin K2 (MK-7), Magnesium, Nicotinamid, Omega-3-Fettsäuren, Probiotika
  • Nur ergänzend zur diabetologischen Betreuung, niemals anstelle von Insulintherapie

1. Wichtiger Hinweis

Dieses Protokoll ist ein komplementärer Ansatz und ersetzt keinesfalls:
  • insulinbasierte Standardtherapie,
  • regelmäßige diabetologische Kontrollen,
  • Laborüberwachung und Anpassung der Therapie durch Fachärzt:innen.
Ziel ist es, Autoimmunprozesse zu modulieren, Entzündungen zu senken, den Darm zu stabilisieren und die Stoffwechsellage zu unterstützen – sowohl in Risikosituationen als auch bei bestehendem Typ-1-Diabetes.

2. Was ist Typ-1-Diabetes & wer ist gefährdet?

Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die insulinproduzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse angreift. Die Folge ist ein ausgeprägter Insulinmangel; aktuell ist Insulintherapie die einzige etablierte Standardtherapie.

Menschen mit erhöhtem Risiko sind u. a.:

  • Personen mit starker Familienanamnese für Typ-1-Diabetes,
  • Personen mit erhöhten Autoantikörpern gegen Betazellstrukturen.

In diesen Fällen kann ein präventiver Ansatz sinnvoll sein, um den Autoimmunprozess zu bremsen und die Restfunktion der Betazellen möglichst lange zu erhalten.

3. PMA-Zeolith – Entzündungsreduktion, Detox & Darmbarriere

PMA-Zeolith

PMA-Zeolith kann Endotoxine, Schwermetalle und andere irritierende Substanzen binden und so die Autoimmunaktivität indirekt entlasten. Gleichzeitig schützt es die Darmschleimhaut.

Dosierung

  • ca. 9 Kapseln/Tag, einschleichend beginnend mit 1 Kapsel/Tag und täglicher Steigerung
  • mindestens 2 Liter Flüssigkeit pro Tag

Abstand

  • ca. 2 Stunden zwischen Medikation und PMA-Zeolith

4. AHCC® – Modulation der Autoimmunität

Da Typ-1-Diabetes eine Autoimmunerkrankung ist, liegt ein Schwerpunkt auf der Regulierung des Immunsystems – nicht auf einfacher „Stimulation“. AHCC® ist ein fermentierter Extrakt mit immunmodulierenden Eigenschaften:

  • balanciert das Verhältnis von Th1/Th2-Zellen,
  • kann T-Regulatorzellen fördern,
  • reduziert entzündliche Zytokine.

Dosierung (Orientierung)

ca. 1–2 g/Tag (z. B. Beginn mit 1 g morgens in den ersten 7 Tagen, dann 2 g/Tag, je nach Präparat), in Kuren von etwa 3 Monaten mit 1 Monat Pause – nach ärztlicher Empfehlung.

5. Vitamin D3 + Vitamin K2 (MK-7)

Vitamin D3 & Vitamin K2 (MK-7)

Vitamin D3 ist stark mit Autoimmunität – inklusive Typ-1-Diabetes – verknüpft. Ein adäquater Spiegel kann die Autoimmunreaktion modulieren.

Dosierung (Erwachsene)

  • D3: ca. 5.000–10.000 I.E./Tag (abhängig vom Ausgangswert)
  • K2 (MK-7): ca. 100 µg/Tag

Vitamin K2 hilft, Calcium in Knochen statt in Gefäße zu lenken und sollte bei höher dosiertem Vitamin D3 immer kombiniert werden.

Laborkontrolle (25-OH-Vitamin D)

  • alle 6–8 Monate bestimmen
  • Richtwert: 60–100 ng/ml
  • um 100 ng/ml → Pause
  • um 60 ng/ml → Fortführung, nach ärztlicher Empfehlung

6. Magnesium-Bisglycinat

Magnesium-Bisglycinat

Magnesium unterstützt Nerven, Muskeln und den Energiestoffwechsel und ist wichtig für die Aktivierung von Vitamin D.

  • Richtdosierung: ca. 200–400 mg/Tag (Erwachsene)

7. Schutz der Betazellen – Nicotinamid (Vitamin B3, non-flush)

Nicotinamid (Vitamin B3, non-flush)

Nicotinamid wird in Studien als potenzieller Schutzfaktor für Betazellen diskutiert. Es kann:

  • oxidativen Stress in Betazellen reduzieren,
  • die Belastung durch freie Radikale senken,
  • die Zellfunktion stabilisieren.

Dosierung (Richtwerte)

  • Erwachsene: 500 mg Nicotinamid 2×/Tag (insgesamt 1 g/Tag)
  • Kinder: ca. 20–25 mg/kg Körpergewicht/Tag (nur in pädiatrischer Absprache)

Dauer & Kontrolle

  • Dauer: mindestens 6 Monate, dann Reevaluation
  • alle 3–6 Monate Leberwerte kontrollieren

8. Omega-3-Fettsäuren

Omega-3 (EPA/DHA)

Omega-3-Fettsäuren wirken entzündungsmodulierend, stabilisieren Zellmembranen und verbessern die Insulinsensitivität.

  • Dosierung: meist 1–2 Kapseln/Tag je nach Wirkstoffgehalt

9. Probiotika & Präbiotika – Mikrobiom & Autoimmunität

Ein stabiles Mikrobiom ist für Autoimmunregulation essenziell. Pro- und Präbiotika können:

  • das Gleichgewicht der Darmflora verbessern,
  • „Leaky Gut“ und Endotoxinlast reduzieren,
  • immunologische Dauerreize senken.

Dosierung: in der Regel 1 Kapsel/Tag (nach Präparat und Empfehlung).

10. Lebensstil – Entzündung senken & Insulinbedarf reduzieren

Ernährung

  • reduzierter Konsum von Gluten (v. a. Weizen) und ggf. Milchprodukten (nach Verträglichkeit & ärztlicher Beratung)
  • moderater Kohlenhydratverzehr, bevorzugt aus Gemüse & langsam verstoffwechselten Quellen
  • Verzicht auf stark verarbeitete Kohlenhydrate und Zucker

Mildes intermittierendes Fasten

Ein sanftes Fastenfenster von ca. 12–14 Stunden zwischen Abendessen und Frühstück (nicht 16 Stunden) kann helfen, Insulinbedarf und Entzündung zu senken – nur unter sorgfältiger Blutzuckerkontrolle und nach Absprache bei insulinpflichtigen Personen.

Bewegung

Etwa 30–40 Minuten moderate Aktivität pro Tag (z. B. zügiges Gehen) verbessern Insulinsensitivität und Entzündungslage.

Schlaf

7–8 Stunden Schlaf/Nacht; Schlafmangel erhöht Insulinresistenz und Entzündungsneigung.

11. Für Menschen mit bereits diagnostiziertem Typ-1-Diabetes

Alle oben genannten Maßnahmen können auch von Personen mit bereits bestehendem Typ-1-Diabetes genutzt werden – immer ergänzend zur Insulintherapie, nicht an deren Stelle.

Ziele sind u. a.: bessere Blutzuckerkontrolle, weniger Entzündung, langsamere Progression von Autoimmunprozessen und Reduktion langfristiger Komplikationsrisiken.

Anpassungen von Insulindosen dürfen ausschließlich durch das diabetologische Behandlungsteam erfolgen.

Lebensstil – Ernährung & Bewegung

Eine entzündungsarme, nährstoffreiche Ernährung und tägliche Bewegung (mindestens 30–40 Minuten, auch in Form eines Spaziergangs) unterstützen Immunsystem, Stoffwechsel und Regeneration und verstärken die Effekte dieses Autoimmun-metabolischen Protokolls deutlich.