Allergie-Protokoll – Histamin- & Immunregulation

Allergie-Protokoll

Allergie-Protokoll – Histamin- & Immunregulation

Dieses Protokoll richtet sich an Menschen mit wiederkehrenden oder chronischen Allergien, bei denen klassische Antihistaminika nur noch begrenzt helfen. Es zielt darauf ab, Histamin, Mastzellen, Immunsystem und Darm ganzheitlich zu unterstützen.

Ziele des Protokolls
  • Stabilisierung der Histaminbalance
  • Beruhigung überaktiver Mastzellen
  • Unterstützung der Immunregulation
  • Stärkung von Darmbarriere & Mikrobiom
  • Reduktion chronischer Entzündungsprozesse
Struktur & Anwendung
  • Fokus: Histamin, Mastzellen, Darm-Immun-Achse
  • Bausteine: Olivenblattextrakt, Vitamin D3 + Vitamin K2 (MK-7), Magnesium, PMA-Zeolith, AHCC®, Probiotika
  • Immer ergänzend zur allergologischen / pneumologischen Therapie
  • Dosen & Kombinationen möglichst mit Ärzt:innen abstimmen
Wichtiger Hinweis:

Dieses Protokoll ist ein komplementärer Ansatz und ersetzt keine allergologische oder pneumologische Behandlung. Antihistaminika, Notfallmedikamente und andere Therapien dürfen nur in Absprache mit Ärzt:innen verändert werden. Mikronährstoffe und Fastenstrategien sollten ebenfalls mit dem Behandlungsteam abgestimmt werden – insbesondere bei Kindern, schweren Reaktionen oder komplexen Vorerkrankungen.

1. Was ist eine Allergie?

Allergien sind übersteigerte Immunreaktionen auf an sich harmlose Umweltstoffe (Allergene). Diese binden an Mastzellen und führen zu deren Degranulation – es werden zahlreiche Botenstoffe freigesetzt: Histamin, Prostaglandine, Leukotriene, Heparin u. a.

Typische Symptome:

  • Niesen, Fließschnupfen, verstopfte Nase
  • Juckreiz, Augenbrennen
  • Hypersekretion von Schleim
  • unerklärte Müdigkeit, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen
  • Reizhusten, Blutdruckabfall, Benommenheit u. a.

Histamin spielt eine zentrale Rolle, aber auch andere Mastzell-Mediatoren tragen wesentlich zu den Beschwerden bei.

2. Warum wirken Antihistaminika oft nur noch unvollständig?

Klassische Antihistaminika blockieren vor allem Histaminrezeptoren. Sie verändern jedoch nicht die Ursache: die überaktive, fehlregulierte Immunantwort und die anhaltende Mastzellaktivierung.

Mit der Zeit „gewöhnt“ sich der Körper an diese Medikamente, die Entzündung läuft im Hintergrund weiter und die Effekte werden schwächer oder unvollständig.

Dieses Protokoll zielt daher nicht nur darauf ab, Histamin zu blockieren, sondern die Grundlage des Immun- & Entzündungsgeschehens zu adressieren.

3. PMA-Zeolith – Histaminbindung, Detox & Darmbarriere

PMA-Zeolith

PMA-Zeolith ist ein selektiver Adsorber für Toxine, Schwermetalle und auch Histamin im Darm. Das ist besonders relevant, da ein Teil der allergischen Reaktionen und Histaminüberschüsse im Darm moduliert wird.

Wirkungen bei Allergien

  • Bindung und Ausscheidung von überschüssigem Histamin im Darm
  • Reduktion toxischer Belastungen, die das Immunsystem „reizüberfluten“
  • Schutz und Stabilisierung der Darmbarriere (Leaky-Gut-Reduktion)

Dosierung

  • 6 Kapseln/Tag (z. B. 3 morgens, 3 mittags)
  • Einschleichend starten (1 Kapsel/Tag, dann steigern)
  • ca. 2 Liter Wasser/Tag trinken

Abstand zu Medikamenten

  • ca. 2 Stunden zu Medikamenten, um deren Aufnahme nicht zu beeinflussen

4. AHCC® – Immunmodulation bei Allergien

AHCC® ist ein fermentierter Pilzmyzelextrakt mit stark immunmodulierender Wirkung. Wichtig: es stimuliert das Immunsystem nicht einfach, sondern reguliert es.

  • erhöht T-regulatorische Zellen (Tregs), die überschießende Reaktionen dämpfen
  • reduziert entzündliche Zytokine (z. B. IL-6, TNF-α)
  • balanciert Th1/Th2-Achse – das Kernproblem bei vielen Allergien
  • kann die Hyperreaktivität von Mastzellen reduzieren

Besonders sinnvoll bei Patient:innen mit häufigen Virusinfekten und „erschöpfter“ oder fehlregulierter Immunlage.

Dosierung

  • 2 Kapseln AHCC® pro Tag

5. Olivenblattextrakt – pflanzliches Antihistaminikum

Olivenblattextrakt

Olivenblattextrakt ist reich an Oleuropein, einem sekundären Pflanzenstoff mit:

  • antiinflammatorischer Wirkung
  • antiviralen & antibakteriellen Eigenschaften
  • natürlicher antihistaminer Wirkung

Er kann Mastzellen „beruhigen“, die überschießende Histaminfreisetzung dämpfen und die Überreaktion des Immunsystems modulieren.

Dosierung

  • Erwachsene: ca. 70 ml/Tag (bzw. äquivalente Kapseldosis nach Konzentration)
  • Kinder: etwa 1,5 ml pro kg Körpergewicht/Tag

6. Vitamin D3 + Vitamin K2 (MK-7)

Vitamin D3 & Vitamin K2 (MK-7)

Vitamin D3 ist ein zentraler Regulator des Immunsystems und spielt eine Schlüsselrolle bei chronischen Allergien. Es beeinflusst die Balance von Th1/Th2-Zellen und reduziert eine Th2-Überaktivität – genau dort, wo viele Allergien ihren Ursprung haben.

Dosierung (Erwachsene)

  • Vitamin D3: ca. 10.000 I.E./Tag
  • Vitamin K2 (MK-7): ca. 100 µg/Tag

Vitamin K2 ist wichtig, um Calcium in Knochen statt in Gefäße zu lenken und sollte bei höher dosiertem Vitamin D3 immer kombiniert werden.

Laborkontrolle (Vitamin D)

  • alle 6–8 Monate 25-OH-Vitamin D im Blut bestimmen
  • Werte um 100 ng/ml → Pause
  • unter ca. 60 ng/ml → erneuter Aufbau (nach ärztlicher Rücksprache)

Kinder

  • D3/K2: meist etwa die Hälfte der Erwachsenendosis

7. Magnesium-Bisglycinat

Magnesium-Bisglycinat

Magnesium ist „das Mineral des Ruhigens“ – für Nervensystem und Immunsystem. Es:

  • reduziert systemische Entzündung
  • unterstützt den Abbau von Histamin
  • stabilisiert Zellreaktionen bei Allergien
  • aktiviert Vitamin D und erhöht dessen Wirksamkeit

Richtdosierung: ca. 500 mg/Tag (Erwachsene).

Kinder

entsprechend Körpergewicht und Empfehlung.

8. Probiotika – Mikrobiom & Allergieneigung

In vielen Allergien findet man eine deutliche Dysbalance des Darmmikrobioms. Probiotika können:

  • das Verhältnis „guter“ und „problematischer“ Bakterien verbessern
  • die Schleimhautbarriere stärken
  • Entzündungen im Darm senken
  • über die Darm-Immun-Achse die Allergieneigung reduzieren

Dosierung: meist 1 Kapsel/Tag, nach Verträglichkeit und Empfehlung.

9. Ernährung & Lebensstil bei Allergien

Reduktion von entzündungsfördernden Faktoren

  • Zucker und Süßwaren so weit wie möglich reduzieren
  • Produkte aus Weißmehl, Kartoffeln, Reis nur moderat
  • glutenhaltige Produkte (insbesondere Weizen) möglichst meiden
  • industrielle Pflanzenöle (Sonnenblume, Soja, Raps, Mais) einschränken – sie fördern Entzündung

Intermittierendes Fasten

Intermittierendes Fasten kann Entzündungen reduzieren, das Mikrobiom stabilisieren und das Immunsystem regulieren. Es ist jedoch nur geeignet bei ausreichender Ernährung und nicht bei starkem Untergewicht oder bei Kindern.

10. Mentale & emotionale Ebene

Chronischer Stress verstärkt immunologische Überreaktionen. Eine bewusste Arbeit an der inneren Stabilität kann Allergieschübe deutlich abmildern.

Praktische Maßnahmen

  • tägliche Entspannungsübungen oder Meditation
  • Atemtechniken
  • bewusster Umgang mit Stressoren
  • Visualisierung von Gesundheit und freier Atmung

Praktisch: 30–60 Minuten/Tag in Ruhe (gern im Dunkeln, Augen geschlossen) – Visualisierung von Gesundheit, freier Atmung und innerer Ruhe.

Lebensstil – Ernährung & Bewegung

Eine entzündungsarme, nährstoffreiche Ernährung und tägliche Bewegung (mindestens 30–40 Minuten, auch in Form eines Spaziergangs) unterstützen Immunsystem, Darm und Regeneration und verstärken die Effekte dieses Allergie-Protokolls deutlich.